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Die australisch-jüdische Künstlerin Ella Dreyfus wuchs auf, ohne viel über die tragischen Verluste ihrer Familie im Holocaust zu wissen. Über ihren Onkel George in Melbourne und ihren Cousin Jonathan in Berlin macht sie sich auf die Suche nach der Geschichte ihrer Familie und findet dabei ihren ganz eigenen Weg, eine Verbindung zu Deutschland aufzubauen.

Australian Jewish artist Ella Dreyfus grew up with little knowledge of her family’s tragic losses in the Holocaust. She sets out to uncover their history through her uncle George in Melbourne and her cousin Jonathan in Berlin, whilst finding her own way of re-connecting to Germany.

Über das Projekt

Dreyfus Drei ist ein Dokumentarkurzfilm über Familie, Identität und die Rückkehr dreier Künstler nach Deutschland.

Die Fotokünstlerin Ella Dreyfus wuchs in einem lebendigen jüdischen Elternhaus in Sydney auf, wusste in all dieser Zeit jedoch nichts über die Geschichte ihrer Familie in Deutschland und über die, die die dem Holocaust zum Opfer fielen. Das Schweigen ihres Vaters Richard über seine Kindheit in Wuppertal und Berlin hinterließ bei Ella ein beklemmendes Gefühl und eine vage Angst vor allem Deutschen.

Erst nach dem Tod ihres Vaters Richard beginnt Ella über die verlorene Geschichte ihrer Familie zu beschäftigen. Sie reist nach Melbourne, um ihren Onkel George zu besuchen, dem einzigen noch lebenden deutschstämmigen Dreyfus und Hüter des Familienarchivs. Er erinnert sich an die Zeit, als er Deutschland 1939 mit dem Kindertransport verlassen musste und wie er 1955 zurückkehrte, um seine musikalische Ausbildung zu verfolgen. Nur zehn Jahre nach dem Krieg war er unter den ersten deutschen Juden, die aus dem Exil zurückkehrten. Von hier an schuf er durch Auftritte und Konzerte eine lebenslange Beziehung zu Deutschland und auch in Australien wurde er zu einem bekannten Komponisten. In Melbourne trifft Ella auch George’s Sohn Jonathan, der auch als Komponist arbeitet und seinen Vater aus Berlin besucht.

Ella lernt schnell, wie unterschiedlich die Brüder auf das Kindheitstrauma von Vertreibung und Exil reagierten und wie dies ihre Familien über Generationen prägt. Richard und George haben ihre Identität aktiv gewählt und dies führte zu sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit deutschen und jüdischen Traditionen ihrer Kinder und Enkel.

Ella reist nach Deutschland, um die Häuser aus der Kindheit von Richard and George in Wuppertal und Berlin zu suchen und findet Spuren aus dem Leben ihrer Großeltern in Wiesbaden. In Berlin trifft sie wieder auf Jonathan und sie sprechen über ihre Verbindung zu Deutschland und den Unterschieden ihrer beiden Familien. Während Ella aufgrund ihrer Albträume vom Holocaust in ihrer Kindheit über Jahre eine große Distanz zu Deutschland bewahrt hat, nennt Jonathan, der schon mit 13 das erste mal nach Deutschland kam, Berlin heute seine Heimat. Ella nimmt ihre Erfahrungen der Reise zum Anlass eine Reihe von Straßenkunstinstallationen zu erstellen. Mit bunten Stoffbuchstaben inszeniert sie die Namen ihrer deutschen Familien und deren jüdische Identität als zeitgenössische Mahnmale an öffentlichen Orten.

Dreyfus Drei verknüpft Familieninterviews in Melbourne und Sydney mit Ellas subjektiver Recherchereise und Kunstinstallationen in Deutschland, Jonathans Filmmusik und George‘s Kompositionen zu einer besonderen Familiencollage über Exil, Identität und Kunst. Der Dokumentarkurzfilm ist eine Kooperation des Goethe Instituts, der Berliner Produktionsfirma Sevenpeaks und der Künstlerin, Regisseurin und Co-Produzentin Ella Dreyfus. Das Projekt wurde vom Verein 2021 – Jüdisches Leben in Deutschland initiiert und aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) finanziert. Ab dem Oktober 2021 wird der Film als Wanderausstellung im Rahmen des Festjahres 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland zu sehen sein.

Dreyfus Drei is a documentary film about family, identity, and the return of three generations of Jewish artists from Australia to Germany.

Ella Dreyfus is a photographic artist who grew up in a vibrant, Jewish home in Sydney, Australia, yet knew nothing of her German family’s history before they left Germany, or about those who stayed and perished in the Holocaust. Her father Richard’s silence about his childhood in Wuppertal and Berlin left Ella with a feeling of dread and fear of all things German.

It wasn’t until after her father died that Ella began thinking about her family’s lost history. She travels to Melbourne to visit her Uncle George, the last German-born Dreyfus and keeper of the family archives and stories. He recalls his experiences of leaving Germany by Kindertransport and returning in 1955 to pursue a musical education, only ten years after the war. He was amongst the first German Jews to return from exile, where he forged life-long relationships through his performances and concerts. In Australia he rose to fame as a composer of film and concert music. In Melbourne Ella finds George’s son Jonathan, also a composer, visiting his father from Berlin.

Ella learns how different the brother’s responses to their childhood trauma of war, displacement and exile were, and how they shaped the attitudes of the next generations of Dreyfus families. Richard and George actively chose their own identities, leading to very different experiences of German and Jewish traditions for their children and grandchildren in Australia. 

Ella travels to Germany to seek out her father and uncle’s homes in Wuppertal and Berlin and finds evidence of her great-grandparents lives in Wiesbaden. She meets up with Jonathan again and they talk about their feelings towards Germany and their family backgrounds. For Ella, her childhood nightmares of the Holocaust ensured she kept a great distance from Germany until later in life, yet Jonathan, who first came to Germany as thirteen-year-old, now calls Berlin his home. While in Germany she creates a series of public art installations, declaring her family’s names and their Jewish identities in the streets.

Dreyfus Drei combines family interviews in Melbourne and Sydney with Ella’s subjective research journey and art installations in Germany, Jonathan’s film music and George’s compositions to create a special family collage about exile, identity, and art. The documentary short is a collaboration between the Goethe Institute, the Berlin-based production company Sevenpeaks and the artist and director Ella Dreyfus. The project was initiated by the association 2021 – Jewish Life in Germany and funded by the Federal Government Commissioner for Culture and the Media (BKM). Starting in October 2021, the film will be shown as a traveling exhibition as part of the celebratory year 1700 Years of Jewish Life in Germany. 

Protagonisten

George Dreyfus, geboren 1928, ist 1939 mit einem Kindertransport aus Deutschland nach Australien geflohen. Er ist Musiker, Komponist und Dirigent und kehrte ab 1955 immer wieder nach Deutschland zurück, um Musik zu studieren und aufzuführen. In seiner Wahlheimat Australien wurde er zu einem berühmten Komponisten. Er sehnt sich danach, seinen Sohn Jonathan in Berlin zu besuchen und sich wieder mit deutschen Freunden zu treffen.

George Dreyfus, born 1928, is a survivor of the Holocaust who escaped from Germany in 1939 and resettled in Australia. He became a musician, composer and conductor and returned to Germany numerous times from 1955 onwards to study and perform music, and rose to fame in his adopted country Australia. He longs to visit his son Jonathan in Berlin and interact with German friends and colleagues again.

Ella Dreyfus, geboren 1960, ist Georges Nichte. Sie ist Fotokünstlerin und Dozentin an der National Art School in Sydney, wo sie in einem traditionellen jüdischen Elternhaus aufwuchs. Ihr Vater Richard war ein engagierter Jude, doch über seine Kindheit und die Verluste der Familie im Zweiten Weltkrieg herrschte Schweigen. Sie litt unter den Auswirkungen des generationenübergreifenden Traumas und vermied es bis ins hohe Alter, nach Deutschland zu reisen. Sie ist die Autorin, Regisseurin und Koproduzentin des Films Dreyfus Drei.

Ella Dreyfus born 1960, is George’s niece. She is a photographic artist and lecturer at the National Art School in Sydney, where she grew up in a traditional Jewish home. Her father Richard was an involved Jew, yet there was a wall of silence surrounding his childhood and the family’s losses in World War II. She bore the impact of inter-generational trauma and avoided going to Germany until later in life. She is the writer, director and co-producer of the film Dreyfus Drei.

Jonathan Dreyfus, geboren 1987, wuchs in Melbourne auf und hat wie Ella die doppelte Staatsbürgerschaft in Australien und Deutschland. Jonathan lernte Geige ab dem fünften Lebensjahr, hatte bereits mit zwölf seine ersten Auftritte und trat in die Fußstapfen seines Vaters, indem er professioneller Musiker und Komponist wurde. Als Teenager sagte er, Berlin sei seine „Seelenstadt“, und jetzt lebt und arbeitet er dort und schreibt Filmmusik für Kunden in Europa, den USA und Australien. Jonathan ist der Filmkomponist von Dreyfus Drei.

Jonathan Dreyfus born 1987, grew up in Melbourne and like Ella, he has dual citizenship in Australia and Germany. Jonathan studied violin from age 5, performed by age 12 and followed in his father’s footsteps by becoming a professional musician and composer. As a teenager he said that Berlin was his ‘soul city’, and now he lives and works there writing film music for clients in Europe, the USA and Australia. He is the composer of the Dreyfus Drei film’s soundtrack.